The Great Resignation

The Great Resignation - oder auch "Big Quit", bezeichnet einen Wertewandel in Bezug auf die Arbeitstätigkeit.

Im Jahr 2021 haben 33 Millionen Menschen in den USA ihren Job gekündigt - umgerechnet ist das jeder fünfte Erwerbstätige. Die Corona Pandemie war ein Auslöser dafür und vielleicht ertappst Du dich selbst bei einem der folgenden Gedanken:

  • Was tue ich da eigentlich ständig in der Arbeit?
  • Welchen Sinn macht meine Arbeit?
  • Wieso noch ins Büro fahren, wenn es von zu Hause oder vom Ferienhaus auch geht?

Die Sinnfrage wird für Mitarbeiter:innen immer wichtiger und konnte in der Zeit des Lockdowns oft behandelt werden. Die hohen Todeszahlen zu Beginn haben uns wieder ins Hier & Jetzt geholt und daran erinnert, dass das Leben vergänglich ist. Mitarbeiter:innen hatten mehr Zeit darüber nachzudenken. Sie beganen zu reflektieren - zu träumen. Für viele Mitarbeiter:innen für die Homeoffice früher nicht möglich war, sehen dies jetzt als Bedinung. Das zeigt sich auch in Jobausschreibungen, in denen klar kommuniziert wird, dass dies bereits zur "neuen Normalität" gehört. Zukunftsorientierung gehört zu den wesentlichen Faktoren der Resilienz und die "Covid-Klarheit" hilft seine eigenen Wünsche zu hinterfragen, zu sortieren und gegebenenfalls zu realisieren.

Natürlich führt dies nicht gleich zu einer Kündigung. Unternehmen haben deutlich gezeigt, dass Flexibilität - ein orts- und zeitunabhängiges Arbeiten - in vielen Branchen möglich ist! Mitarbeiter:innen haben gemerkt wie schön es ist, die eigenen Bedürfnisse mit der Arbeitswelt zum Vorbild beider zu vereinen, z.B.: Laufen gehen vor dem Arbeiten, gemeinsam mit der Partnerin Mittagessen, mit den Kindern am Nachmittag noch am Spielplatz gehen, abends schwimmen gehen oder zwischendurch kurz mit dem Hund spazieren gehen und seinen Kopf auslüften - klingt das nicht nach einer tollen neuen Realität?

"Was die Menschen uns ehrlich sagen, ist: ‚Wir machen das nicht mehr. Wir wollen dieses Hamsterrad-Leben nicht mehr." Barbara Prainsack (Professorin der Uni Wien) 1

Der nächste wichtige Punkt, der immer zu beobachten ist, ist die psychische Belastung am Arbeitsplatz, die in Krisen wachsen könnte. Wird diese Annahme bestätigt? Im Jahr 2020 sind 17.1 % der Arbeitnehmer:innen in Deutschland aufgrund von psychischen Belastungen arbeitsunfähig gewesen (Stand 2018: 15,2 %). Ein erschreckender Wert, denn die Dunkelziffer ist sicher viel höher. Mitarbeiter:innen im Homeoffice haben als Selbstschutz sicher oft nicht über ihr Befinden bzw. Gemütszustand gesprochen. Psychische Belastungen sind auf Platz 2 der wichtigsten Krankheitsarten bemessen an der Dauer der Arbeitsunfähigkeitstage (Platz 1: Muskel-Skelett-System).2

Abschließend sehe ich deutliche Veränderungen in den Wünschen von Mitarbeiter:innen. Veränderungen im Sinnbild in Bezug auf die eigene Karriere, den Wunsch nach Mitbestimmung der Arbeitszeitaufteilung und den Tätigkeitsort, sowie der Gesundheit einen neuen Stellenwert beizumessen und die Work-Life-Balance im Gleichgewicht zu halten. Aus Sicht der Resilienz merke ich, dass dieser Wertewandel in die Richtung der Mit- oder Selbstbestimmung geht, dass mehr reflektiert wird und in Unternehmen neue Diskussionen aufkommen. Flexibilität, Fokus auf Potentiale und Zukunftsorientierung sind wichtige Pfeiler der Resilienz und machen ein Unternehmen krisensicher.

Inspiriert durch den Vortrag von „Mittendrin –Erfolgsgeschichten und F*ck-Up-Stories der Beratung in Zeiten der Pandemie"; ARGE Jour Fixe, 08.03.2022; Vincent Paulischin
1Quelle: https://wienerin.at/wertewandel-das-grosse-kundigen
2https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77239/umfrage/krankheit-hauptursachen-fuer-arbeitsunfaehigkeit/

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